Montag 21.03.2011
Bundesweite Mahnwachen für den Atomausstieg
Der BUND-Pfullendorf und die Anti-AKW-Gruppe-Linzgau rufen in großer Betroffenheit über die Ereignisse in Japan und mit dem festen Willen gemeinsam dafür zu streiten, dass die Atomkraftwerke in der Bundesrepublik endlich stillgelegt werden dazu auf am Montag den 21.03.2011 von 18.oo - 18.3o zur Mahnwache zusammenzukommen, und darüber hinaus am Sa. den 26.03.2011 11.oo- 11.3o und an den folgenden Montagen.
Der BUND bezweifelt eine wirkliche Kehrtwende in der Atompolitik der schwarz-gelben Bundes-und Landesregierung. "Ministerpräsident Mappus warb wie kein anderer für die Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke und forderte noch vor ein paar Monaten Laufzeiten von 15 + x Jahren. Der plötzliche Umschwung ist unglaubwürdig. Ein radikaler Kurswechsel wäre gut für unser Land, die vorübergehende Abschaltung einzelner Atomkraftwerke in Deutschland reicht nicht aus", so Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND.
Ein Moratorium, dem zudem jegliche Rechtsgrundlage fehlt, ist eine Beruhigungspille für die Bevölkerung. Die Massenproteste gegen die Atomenergienutzung zeigen, dass die Menschen im Land nicht mehr bereit sind, diese Politik mitzutragen.
Auch die dauerhafte Stilllegung von Neckarwestheim 1 hat den Beigeschmack von Katastrophe und Wahlkampf. "Es ist fatal, dass es dieser Katastrophe in Fukushima bedurfte, ehe der erste Schrottreaktor abgeschaltet wird. Die unlösbaren Sicherheitsdefizite der Atomkraftwerke sind bekannt. Erst letzten Mittwoch hat der BUND mit einer Kurzexpertise auf die schwerwiegenden Mängel in allen vier baden-württembergischen Atomkraftwerke hingewiesen", erklärt Dahlbender.
Entscheidend ist zudem, dass die Laufzeitverlängerung zurückgenommen wird und keine Strommengenübertragung der Alt-AKW's stattfindet. Ansonsten droht die Gefahr, dass in Baden-Württemberg noch bis 2050 AKW's betrieben werden. "Dazu macht Stefan Mappus jedoch keine Aussage und das weist auf Wahlkampfaktionismus statt ehrlichem Handeln hin", so Dahlbender.
Der BUND fordert, die acht ältesten und gefährlichsten Atomkraftwerke in Deutschland sofort und endgültig vom Netz zu nehmen und die übrigbleibenden Reaktoren dann schrittweise ebenfalls stillzulegen."Mittlerweile hat selbst Wirtschaftsminister Rainer Brüderle bestätigt, dass die Stromversorgung in Deutschland nicht gefährdet sei, wenn diese Atomkraftwerke abgeschaltet werden."
Abschalten und eine konsequente Politik für die Energiewende statt Aussetzen oder Aussitzen, das muss endlich Leitmotiv für das Handeln der Regierenden sein!
Dahlbender: "Schon im Tschernobyl-Jahr haben Lothar Späth und Erwin Teufel von einer 'Übergangsenergie' und einer 'Brückentechnologie' gesprochen. Nach 25 Jahren muss jetzt das Ende der "Brücke" erreicht sein"
Heinz Brandt
BUND-Pfullendorf