©Fabian Bosch, 2011

12.03.2011 - Nur einen Tag nach dem Beginn der Atomkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima.


 

60 000 Menschen aus ganz Deutschland (die Polizei bestätigte die Zahl) protestierten mit einer geschlossenen Menschenkette gegen die Atompolitik der Bundes- und Landesregierung. Eine 45km lange Strecke direkt von den Toren des Atomkraftwerks bei Neckarwestheim und dem zentralen Schlossplatz in Stuttgart konnte ohne Lücke überbrückt werden.

Für die Veranstalter, die mit max. 40 000 Menschen rechneten, war dies ein riesen Erfolg; für die Medien waren dies eindrucksvolle Bilder und für die Politik war dies, zwei Wochen vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, ein Zeichen der ganz besonderen Art.

 

 

Bilder der Menschenkette

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Leider erlangte dieses Bekenntnis gegen die Atomkraft traurige Aktualität. Am Tag zuvor bekam ein japanisches Atomkraftwerk namens Fukushima, nach einem Jahrhundertbeben und einem Tsunami erhebliche Probleme mit der Notkühlung dreier seiner sechs abgeschalteten Reaktoren. Zur Stunde der Kette hatte sich im ersten Reaktor eine Explosion unbekannten Ausmaßes ereignet.

Es drohte ohnehin schon eine Kernschmelze – und mit der Nachricht der Explosion wurden bei vielen Erinnerungen an die Katastrophe von Tschernobyl 1986 wach.

Wegen dieser Katastrophe am Vortag ist es möglich, dass sich noch einige kurz entschlossen haben, auf die Demonstration zu kommen – dass sich aber so viele, so kurzfristig eingefunden haben halte ich für unwahrscheinlich. Die Kette war gut organisiert mit vorbestimmten Einstiegspunkten je nach Wohnregion. Sie war sogar so gut organisiert, dass man zwar, wie ich, in vollen Zügen und S-Bahnen zum vorgesehenen Einstiegspunkt fahren musste, es aber kein Verkehrschaos in und um Stuttgart gegeben hat.

In der Kette wurde mit Laola-Wellen und Spielen á la „Stille Post“ die Zeit abwechslungsreich und freundlich gestaltet, so dass insgesamt eine gute Stimmung in der Kette herrschte. Vor und nach der Kette spielte und sang die Linzgauer SEK (Sondereinsatz-Kapelle) auf die Atomkraft umgedichtete Klassiker.

Die Resultate aus der Zählung der Menschen waren zunächst widersprüchlich – in den Nachrichten konnte man dann die offizielle Zahl von 60 000 Teilnehmern hören. Als Rahmenprogramm war, anschließend an die Kette, im Stuttgarter Zentrum vor dem Schloss eine Kundgebung mit verschiedenen Rednern und musikalischer Unterhaltung geboten. Hier ließen sich auch noch Vertreter der Opposition im Ländle blicken.

Bilder der Menschenkette haben es bis ins japanische Staatsfernsehen geschafft – und wurde richtigerweise auch als Zeichen der Solidarität gewertet.

Wir vom BUND Pfullendorf wollen aber darüber hinaus aus Gründen der Menschlichkeit und der Solidarität mit den Betroffenen Menschen in Japan hier vor Ort Mahnwachen abhalten.

Zu diesem Zweck haben wir uns wieder mit der Anti-AKW-Gruppe Linzgau zusammengetan und werden uns ab kommenden Montag den 21. 03. 2011 wöchentlich um 18.00Uhr auf dem Marktplatz in Pfullendorf zu einer Mahnwache einfinden, an die Opfer gedenken und auf vielfältige Art und Weise ein Zeichen setzen. Wer sich uns anschließen will ist herzlich eingeladen. Ideen zur Gestaltung der Mahnwache sind auch gerne gesehen.

Fabian Bosch FÖJ - BUND Pfullendorf



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