15. Februar 2012

Die Ökostrom-Marktübersicht gibts jetzt wieder druckfrisch!

Den Ökostromflyer, der von unserem FÖJ'ler zusammengestellt worden ist, wurde jetzt neu aufgelegt! Erhältlich an all unseren Veranstaltungen, abzuholen in der Geschäftsstelle und neuerdings auch zum Download!

- Preisübersicht, Definition von wahrem Ökostrom und Hintergrundinformationen zur Preiserhöhung 2011 und der EEG Umlage. Angefügt ist ein kleiner Fördermitgliedsantrag.

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20. September 2010

Menschenkette durch die Reutlinger Innenstadt - Protest gegen die Laufzeitverlängerung

FÖJ'ler F. Bosch in der Menschenkette

Die Bürgerinitiative „Energiewende Reutlingen“ hat am Freitag den 17.09.2010, zu einer Menschenkette durch die Reutlinger Innenstadt aufgerufen. Inspiriert und unterstützt durch die Onlineplattform „campact.de“ und den BUND Kreisverband Reutlingen konnte das Ziel, die Büros der Bundestagsabgeordneten von CDU und FDP zu verbinden, erreicht werden. Ein FÖJ’ler des BUND Pfullendorf war mittendrin..

Die eigens ins Leben gerufene Bürgerinitiative „Energie-wende Reutlingen“ gründete sich auf den Gedanken, die Bevölkerung gegen die geplante Laufzeitverlängerung zu mobilisieren. Inspiriert durch das Onlineforum „campact.de“, das sich für mehr Demokratie einsetzt, und ermutigt durch Umfragen, denen zufolge die Mehrheit der Bevölkerung die Laufzeitverlängerung bzw. die Atomenergie ablehnt, wendete sich die Bürgerinitiative in den vergangenen Wochen an die nach Bevölkerung in Reutlingen. Der Appell, am vereinbarten Atomausstieg festzuhalten, galt insbesondere den reutlinger Bundestagsabgeordneten der Regierungsparteien MdB Ernst-Reinhard Beck (CDU) und MdB Pascal Kober (FDP). Sie sollten durch diese Demonstration zum Einlenken bewegt werden und den Protest ihres Wahlkreises in den Bundestag tragen.
In den vorhergehenden Wochen hat die Bürgerinitiative regelmäßig in der reutlinger Innenstadt zum Thema Atomkraft und Atomausstieg informiert und auf dem Marktplatz den Dialog mit der Bevölkerung gesucht.

Ich, als einer der beiden neuen FÖJ’ler beim BUND Pfullendorf, half in dieser Phase mit, Flyer zu verteilen und nahm an den kleineren, vorausgehenden Aktionen teil. Unter dem Motto „Einfach mal Abschalten“ versammelten sich Anfang August Atomkraftgegner, um symbolisch, mit Isomatte und Klappstuhl, mal richtig „abzuschalten“.
Das gesetzte Ziel der Bürgerinitiative war, eine Menschenkette zwischen den Büros der Bundestagsabgeordneten von CDU und FDP zu organisieren um damit ein Zeichen zu setzen gegen die Atompolitik ihrer jeweiligen Parteien in Berlin und Stuttgart. Trotz anfänglich schwacher Resonanz hat es die Bürgerinitiative geschafft, 750 Atomkraftgegner zu mobilisieren und die gesamte Strecke zwischen den Abgeordnetenbüros, immerhin rund 1000m durch die Innenstadt und quer über den Marktplatz, mit einer geschlossenen Menschenkette zu verbinden. Die Organisatoren sprachen von einem „vollen Erfolg“. Unterstützt wurde die „Energiewende Reutlingen“ vom Onlineforum „campact.de“, das sich für mehr Demokratie einsetzt, und zusammen mit unterschiedlichsten Organisationen Kampagnen gegen politische Entscheidungen organisiert.

Der BUND Kreisverband Reutlingen unterstützte die Initiative tatkräftig, u. a. durch umfassendes Infomaterial zur Atomenergie und zum Atomausstieg, aber auch durch die aktive, personelle Beteiligung an den Aktionen in Reutlingen.
Am Rande der Menschenkette konnten sich die Besucher des Marktplatzes zum Thema Ökostrom oder zum persönlichen CO2 –Abdruck informieren. Es wurden CO2-neutrale eBikes zur Probefahrt angeboten und Kinder konnten mit Stiften ihre ganz persönlichen Eindrücke auf ein ausgelegtes Tuch malen. Für musikalische Unterhaltung in den Pausen sorgte das kölner „Bukahara Trio“, das bereits zum Energie-Dokumentarfilm „Die 4. Revolution“ einen Filmmusiktitel beigesteuert hat.

Nach der Menschenkette fand auf der Bühne noch eine Kundgebung statt, bei der u.a. erneut auf die Unwirtschaftlichkeit der Atomkraft und deren Umweltproblematik hingewiesen wurde und bei der die Schlupflöcher für die Konzerne im neuen Atomvertrag aufgedeckt wurden. Beispielsweise die, dass zwar ein Anteil des Gewinns der Atomkonzerne in die Entwicklung der erneuerbaren Energien fließen soll, dieser aber gekürzt werden kann, sollten die Kosten für die Reaktorsicherheit 500 Mio. € übersteigen.
Diesen und weitere Punkte legte dann auch die, trotz Sitzungswoche in Berlin, anwesende Abgeordnete von Bündnis90 Die Grünen, MdB Beate Müller-Gemmeke, in der folgenden Podiumsdiskussion umfassend dar. MdB Ernst-Reinhard Beck (CDU) und MdB Pascal Kober (FDP) stellten sich, trotz Einladung, nicht dem Mikrofon. Der SPD-Landtagsabgeordneter Wolfgang Stehmer, die Landtagskandidatin Petra Braun-Seitz (Die Linke) sowie der Landesgeschäftsführer des BUND Baden-Württemberg, Berthold Frieß, dagegen diskutierten mit und bezogen Stellung. Allerdings fehlte so bei dieser Podiumsdiskussion die Seite der Atombefürworter komplett.

Die Stimmen der Abgeordneten von CDU und FDP konnte man nur aus Berlin und nur nach der Aktion in den reutlinger Zeitungen lesen, in denen sich der FDP Abgeordnete Kober abfällig, fast echauffiert über die Methode von Herrn Hagemeister, dem BI-Hauptorganisator der Kette, geäußert hat. Dieser habe, laut Kober (FDP) sich den „Spaß“ erlaubt, ihm als Einladung, einen Monat lang täglich eine Mail mit einem Argument gegen Atomkraft geschrieben zu haben.

Diese, meiner Meinung nach, respektable Aktion wurde vom FDP-Abgeordneten als, so wörtlich: „Adventskalenderspiel“ bezeichnet, für das er nicht bezahlt wird (Quelle: Reutlinger General Anzeiger (GEA) 18.September 2010). „Wir sind doch nicht im Kindergarten“ beendete er sein Kommentar zur Reutlinger Aktion und der Mailkette.
Der Vertreter der CDU Beck äußerte sich nur wenig kompromissfreudiger, entschuldigte seine Abwesenheit mit einem Sitzungstag in Berlin und sieht diese Regierung aus CDU und FDP, so wörtlich, „erstmalig“ auf dem „Weg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien“. (Quelle GEA 18. September 2010) ungeachtet der Streichung der Solar-Subventionen im Frühjahr dieses Jahres, die eben diese Regierung vollzogen hat.
Spät am Abend nach der Podiumsdiskussion war den Anwesenden dann noch, die Möglichkeit gegeben, direkt von Reutlingen aus mit einem BUND-organisierten Bus nach Berlin zu reisen um dort am Sa. 19. September zusammen mit mehren 10000 Atomkraftgegnern das Regierungsviertel zu umstellen.

Alles in allem setzte die Aktion ein, so finde ich, deutliches Zeichen gegen die Atomkraft. Das Ziel, einen Teil dieser Mehrheit gegen Atomkraft zu mobilisieren, ging weitestgehend auf. Erfreulich für mich war, gerade viele junge Leute und viele Familien mit kleinen Kindern zu sehen, die sich mit dem Protest Gehör verschaffen wollten, und sich unter „Atomkraftgegner der ersten Generation“ mischten.
Dies bringt doch eines zum Ausdruck: Diese Energiepolitik geht uns alle etwas an. Keiner von uns will, dass Dinge, die noch Generationen betreffen werden, einfach so über die Köpfe der Bevölkerung hinweg, in einem Zimmer entschieden werden.
Offensichtlich haben viele Menschen erkannt, dass dieses Konzept, das uns als Kompromiss verkauft wird, nur den großen Energieversorgern in die Tasche spielt. Den erneuerbaren Energien wird im Gegenzug mit dem Überangebot an Strom in den Netzen der Boden entzogen. Der Entwicklung regenerativer Energiekonzepte mit der Besetzung des Stromnetzes entgegengewirkt.
Die Subventionen für Solarstrom wurden von dieser Regierung schon gestrichen. Dies geschah mit der Begründung, dieser Industriezweig könne sich am Markt selbst behaupten. Atomkraft dagegen wird täglich mit Unsummen subventioniert und konnte sich, dieser Argumentation folgend, noch nie am Markt behaupten. Rechnet man die tatsächlichen Kosten der Atomenergie auf die Kilowattstunde Strom um ergäbe das nach Berücksichtigung aller Subventionen und der Versicherungsbeträge bis zu 2,70€ pro Kilowattstunde.
Im Gegensatz dazu kann eine Kilowattstunde Windenergie heute schon für 5 bis 9 ct/kWh erzeugt werden, und das mit vergleichsweise geringem Kostenaufwand für eine vollständige Windkraftanlage
Ich möchte schließen mit einem Zitat von der Podiumsdiskussion:
„Ich kann diesen Begriff `Brückentechnologie‘ nicht mehr hören. Die `Brücke‘ war [ im Jahr 2000] der Atomkompromiss…“ -SPD-Landtagsabgeordneter Wolfgang Stehmer.
Atomkraft ist keine Lösung.
Weitere Infos zum realen Preis des Atomstroms auf www.ndrinfo.de/programm/sendungen/forum2282.pdf



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