Viele Fragen an Ihren Wasserversorger

 

Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) im Regierungspräsidium Freiburg plant die Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis für Kohlenwasserstoffe (Erdgas, Erdöl) im Gebiet Bodensee-Oberschwaben an die Firma Parkyn Energy Germany Ltd. Die Erlaubnisfelder Biberach (1620) und Konstanz (1621) liegen im Einzugsgebiet von Bodensee und/oder Donau und damit unserer Wasserversorgung. Das Schiefergas im Molassebecken des Voralpenraums kann nur mittels der umstrittenen Technik Fracking gewonnen werden und darum machen wir uns Sorgen um unser Trinkwasser.

Chemikalieneinsatz beim Fracking

Können Sie weiterhin für die hohe Qualität des Wassers garantieren, wenn die bei Fracking verwendeten Chemikalien und die giftigen Stoffe aus dem Tiefengestein in das Trinkwasser gelangen?

Das Gutachten des Umweltbundesamtem FKZ 3711 23 299 von 2012

„Umweltauswirkungen von Fracking bei der Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten – Risikobewertung, Handlungsempfehlungen und Evaluierung bestehender rechtlicher Regelungen und Verwaltungsstrukturen“ dokumentiert ab Seite 430 in den Tabellen 3 und 4 die möglichen Frack-Additive.

Welche Grenzwerte gibt es dafür, welche werden im Trinkwasser gemessen und welches Frühwarnsystem haben Sie?
Gibt es einen Notfallplan für die Wasserversorgung?

Flowback

Der Flowback mit einem Teil der Chemikalien und dem Formationswasser enthält weitere Schadstoffe und radioaktive Substanzen (NORM). Nach bestehender Praxis in Niedersachsen wird der Flowback in Disposalbohrungen verpresst. Im oben genannten Gutachten auf Seite A82 sind diese Stoffe aufgeführt in der Tabelle A 11: Beschaffenheit des Formationswassers in der Schiefergaslagerstätte „Damme 3“ und Vergleich mit den in Abschnitt C3.2.2 dargestellten Beurteilungswerten.
Wird das Verpressen des Flowback auch in der Region Bodensee-Oberschwaben geplant und wo?
Soll der Flowback in Industriekläranlagen aufbereitet werden, wo liegen diese?
Ist es ausgeschlossen, dass der Flowback in das Trinkwasser kommt?

In Niedersachsen kam es zur Kontaminierung von Böden, da der Flowback über Rohrleitungen aus PE 100 geleitet wurde, und Benzol in die Erde, Wasser und Luft diffundierte.

Ist das auch in unserer Region möglich und wie wird das kontrolliert?

Wie wirkt Benzol bei Menschen und Tieren?

Unfälle, Zwischenfälle, Undichtigkeiten

Im Normalbetrieb und besonders bei Zwischenfällen können Gase, Chemikalien, Flowback, Treibstoffe an den Bohrstellen oder beim Transport mit LKW in die Umwelt gelangen.

Werden Sie informiert über solche Zwischenfälle und in welchem Zeitraum?

Wie wird unser Trinkwasser davor geschützt?

Welche Massnahmen schlagen Sie vor?

Erdbeben, Seismische Untersuchungen

Gemäss dem Arbeitsprogramm der Firma Parkyn Energy Germany Ltd. sollen als nächstes die seismischen Untersuchungen stattfinden.

Können diese Sprengungen und Vibrationen das Rohrleitungsnetz beeinträchtigen und zu Rissen und damit Verunreinigungen des Wassers führen?

Fracking kann Erdbeben auslösen, wie ist das Einzugsgebiet des Bodensee gefährdet?

Kann das Leitungsnetz dadurch beschädigt werden und Verunreinigungen des Wassers führen?

Risikoanalyse

Sind Sie über die möglichen Risiken informiert und was wollen Sie unternehmen?

Wurden Sie beim bisherigen Verfahren beteiligt und werden Sie bei den zukünftigen Verfahren zur Gewinnungsbewilligung und den Betriebsplänen aktiv?

Gibt es ein hydrogeologisches Gutachten der Region Bodensee-Oberschwaben und der Schwäbischen Alb im Hinblick auf Fracking-Massnahmen?

Wasserverbände

Ist Ihr regionaler Verband und der Bundesverband über die Planungen von Fracking zur Schiefergasgewinnung informiert und wie wird er tätig?

Welche Massnahmen schlagen Sie vor: Verbot, Moratorium, verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung?

Muss das Wasserhaushaltsgesetz von Land und Bund geändert werden? Was schlagen Sie für Änderungen vor?

Muss das Bundesberggesetz geändert werden? Was schlagen Sie für Änderungen vor?

Gibt es ein Konzept für Ewigkeitsschäden wie bei der Steinkohleindustrie, also Schäden die z.B. in 20 Jahren auftreten?

Briefe an Ihre Getränkeproduzenten

Wir alle trinken Saft, Tafelwasser, Mineralwasser, Bier, Wein und andere Getränke, wozu immer riesige Mengen von Trinkwasser benötigt werden. Die Trinkwasserqualität ist weltweit in Gefahr durch Fracking, aber auch durch Privatisierung. Dem setzen wir unseren Widerstand und unsere Kreativität entgegen.
Bitte schicken Sie an Ihre Getränkeproduzenten und -Lieferanten viele Briefe, E-Mails oder telefonieren Sie. Die Adressen finden Sie meistens auf den Flaschen oder im Internet. Hier ist ein Musterbrief, der verwendet und geändert werden kann. Bitte informieren Sie uns, wenn auf Ihren Brief reagiert wird.
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Ich bin Ihre Kundin und kaufe regelmässig Ihr Produkt ... Nun mache ich mir Sorgen um die Qualität des dafür verwendeten Trinkwassers, da in der ganzen Region Bodensee-Oberschwaben die unkonventionelle Gasförderung mittels Fracking geplant wird. In den Medien wird berichtet, dass vom Bergamt in Freiburg bereits 3 Aufsuchungskonzessionen vergeben wurden. Neben zahlreichen Risiken bestehen Gefahren für das Grundwasser, Quellen und das Bodenseewasser. Darum meine Fragen an Sie:

  • Können Sie weiterhin für die Qualität des Wassers in Ihren Produkten garantieren?
  • Sind Sie über die Risiken informiert und was wollen Sie unternehmen?
  • Ist Ihr Verband über die Planungen von Fracking informiert und wie wird er tätig?
  • Welche Massnahmen planen Sie, wenn die bei Fracking verwendeten Chemikalien und die giftigen Stoffe aus dem Tiefengestein in Ihr Trinkwasser gelangen?
  • Welche Grenzwerte gibt es dafür und welches Frühwarnsystem haben Sie?
  • Wollen Sie sich bei Ihrem Bundestagsabgeordneten gegen den Einsatz von Fracking einsetzen?
  • Welche Massnahmen schlagen Sie vor: Verbot, Moratorium, verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung?

Trinkwasser ist lebenswichtig und Sie sollten jetzt tätig werden, denn Rückrufaktionen sind schlecht fürs Geschäft und schädigen den Ruf einer Firma.



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BUND-Geschäftsstelle
Rossmarktgasse 4

88630 Pfullendorf

Tel. 07552/91091

Öffnungszeiten:
noch unklar,
demnächst mehr

 

 

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