Die Streuobstwiese bei Maria-Schray

Heinz Brandt bei der Ernte des Streuobstes

Streuobst als Qualitätsbegriff

In vielen bäuerlichen Kulturlandschaften zählen extensiv bewirtschaftete Streuobstwiesen und Obstbaumreihen entlang der Wege zum ursprünglichen Bild.
Streuobstwiesen unterscheiden sich von Obstplantagen durch die meist extensive Nutzung sowohl der Wiese, als auch der Hochstammobstbäume. Durch den ständigen Nährstoffentzug ist meist eine artenreiche Wiese anzutreffen. Der hohe Biotopwert ergibt sich außerdem durch die hinzukommende Baumschicht gegenüber der alleinigen Gras- und Krautschicht bei Wiesen und Weiden.
Dieser Strukturreichtum lässt eine arten- und individuenreiche Tierlebensgemeinschaft entstehen. Hier finden im Boden, im Unterwuchs, an den von Flechten und Moosen überzogenen Stämmen, Ästen und Zweigen, im Totholz oder in Baumhöhlen. auf Blättern oder auch zwischen den Zweigen des Kronenraums unzählige verschiedene Tierarten ihnen zusagende Lebensbedingungen. Unter ihnen sind nicht wenige, die als gefährdete Arten auf der Roten Liste stehen. BLAB (1993) führt dazu aus: "So können etwa hochgradig gefährdete Arten wie Wiedehopf, Raubwürger, Neuntöner, Wendehals, Steinkauz (letzterer vor allem in Baden-Württemberg), dazu Turteltaube, Grün- und Grauspecht hier in einen Siedlungsschwerpunkt. Diese Charakterarten sind jedoch heute vielfach regional so selten geworden, dass ihr Vorkommen bzw. ihr Fehlen nicht mehr allein als Gradmesser des Wertes der Streuobstflächen gewertet werden darf."
Auch eine Reihe von Käfern (z.B. die Düsterkäferarten), Schmetterlingsarten, z.B. Großer Fuchs, Pflaumenglucke) und Hautflüglerarten (lt. WESTRICH, 1989 bis zu 70 Wildbienenarten) weisen hier nach BLABsehr gute Bestände auf. Von den Säugetieren sind vor allem Baumhöhlen bewohnende Arten wie Abendsegler, Bachstein- und Fransenfledermaus, Garten- und Siebenschläfer zu nennen.

Die Funktion der Streuobstwiese als Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten können sie nur dann wirklich erfüllen, wenn sie nicht punktuell, sondern auf größeren Flächen und in einer vielfältigen Vernetzung mit gleichen oder ähnlichen Strukturen vorkommen. Für viele Arten, deren ursprüngliche Lebensräume zerstört oder stark verändert wurden, stellen Streuobstwiesen heute Ersatz- und (teilweise letzte!) Refugialbiotope dar. Und dieser Funkton kommt in unserer Zeit eine besonders hohe Bedeutung zu.

Streuobstwiesen finden sich vor allem am Ortsrand, wo sie einen wichtigen Beitrag zur Ortsrandeingrünung mit günstiger Beeinflussung des Kleinklimas (Windschutz und Frischluftlieferant) und zum Landschaftsbild leisten. Sie haben günstige Auswirkungen auf Boden und Wasser (Erosionsschutz, Schutz vor Nährstoffeintrag in Gewässern und ins Grundwasser) und können der Erholung und der Naturerfahrung für den Menschen dienen.

Die Obstbaumwiesen sind durch Baulandausweisungen, Überalterung und mangelnde Pflege gefährdet, wobei natürlich nicht jeder alter Baum sofort entfernt werden sollte. Infolge der immer breiter werdenden landwirtschaftlichen Maschinen und Ackergeräte wurden vielfach - oft im Rahmen der Flurbereinigung - die wegbegleitenden Obstbaumreihen entfernt. Bestehende Obstbaumreihen werden häufig bis an den Stamm beackert; dadurch in ihrem ökologischen Wert stark beeinträchtigt und in ihrem Bestand gefährdet.

Laut JEDICKE (1994) sollte im Rahem des Biotopverbunds versucht werden, in den Agrarlandschaften duch umfangreiche Neupflanzung ein engmaschiges Netz von Streuobstwiesenund Obstbaumreihen zu etablieren, die sich bis zu den Hofbäumenin die Dörfer hineinbeziehen sollten.


Zur Erhaltung dieser wichtigen Biotoptypenist außerdem eine regelmäßige Pflege, d.h. jährliche Mahd und Erhaltungsschnitt bei Bedarf, unerlässlich. Ein Anteil von % Jungbäumen sollte im Bestand, durch Nachpflanzung immer vorhanden sein.


Es gilt, die landwirtschaftliche Nutzung der Streuobstwiesen zu erhalten und sie als Teil unserer Lebensgrundlage für eine gesunde Ernährung, für die Erholung und als stabile Ökosysteme mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren.

Helfen Sie uns, damit wir durch Ihre Unterstützung den Erhalt und die Pflegearbeiten unserer heimischen Streuobstwiesen bewahren können!


Ausstellung vieler Apfelsorten

Am verkaufsoffenen Sonntag im Oktober präsentiert der BUND Pfullendorf beim Bürgerbüro jedes Jahr die Ausstellung von 60-80 verschiedenen Apfelsorten. Viele der alten Apfelsorten werden immer seltener und einige sind kaum zu finden. Im Supermarkt gibt es nur wenige  Standardsorten und die Artenvielfalt verschwindet damit. Früher gab es für jedes Klima und Höhenlage und jeden Verwendungszweck mehrere Apfelsorten.

Diese Ausstellung kommt teilweise vom BUND Friedrichshafen, wo jedes Jahr am Feiertag, den  3.10. ein Apfelfest ab 13 Uhr stattfindet in der Weilermühle, einem StreuObstGarten mit 175 Obstbäumen.

Wer also unbekannte Äpfelsorten in seinem Obstgarten hat, kann einige Äpfel mitbringen und wir können die Sorte probieren und bestimmen.
Die Streuobstwiese des BUND Pfullendorf liegt neben der Wallfahrtskirche Maria Schray.

 

Naturtrüber Bio-Apfelsaft bei uns erhältlich!


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