Viele Einwendungen gegen den 1000-Kühestall in Hahnennest beim Rathaus in Ostrach

Am 17.9.2015 um 16 Uhr übergab die "BI gegen den gewerblichen 1000-Kühestall in Hahnennest" die gesammelten 386  Einwendungen gegen den Flächennutzungsplan und Bebauungsplan bei Bürgermeister Schulz in Ostrach. Nach Aussagen von Schulz wurden bereits vorher etwa 400 Einwendungen an das Rathaus geschickt. Nach einem Artikel im "Südfinder" vom 30.9.2015 sind beim Rathaus in Ostrach insgesamt 1191 Stellungnahmen eingegangen.
Bei der persönlichen Übergabe am 17.9.15 und der nachfolgenden Diskussion mit dem Bürgermeister von Ostrach wurde der Datenschutz der personenbezogenen Daten der Einwendenden von den Überbringern betont. Dazu der Datenschutzbeauftragte:

Ohne Rechtsgrundlage darf die Gemeinde die Namen und personenbezogenen Daten der Einwendendungen gegen den Flächennutzungsplan FNP und Bebauungsplan BP „Milchpark Hahnennest“ nicht an Dritte weitergeben. Mögliche Rechtsgrundlagen wären:
- Die Einwilligung der Betroffenen
- Ein Gesetz, welches die Übermittlung erlaubt oder vorschreibt
Eine solche Rechtsgrundlage liegt im vorliegenden Fall nicht vor. Bei Beschwerden kann sich der Betroffene direkt an den Landesbeauftragten für den Datenschutz Baden-Württemberg wenden.

Viele Leute sorgen sich um Menschen, Tiere und Umwelt, hier eine kleine Auswahl der Einwendungen:
Als begeisterte Fahrradfahrerin bin ich viel im oberen Linzgau unterwegs. Die See- und Riedlandschaften sind oft Ziel meiner Ausflüge zur Erholung und Entspannung und Ausgleich zu meiner anstrengenden beruflichen Tätigkeit in der Krankenpflege. Auch habe ich mich beruflich und privat immer für die Pflege und Erhaltung des Lebens eingesetzt. Die geplante Tierfabrik in Hahnennest bewirkt das Gegenteil!

Auch Tiere „fühlen“. 80% der Kühe werden im ersten Jahr krank.

Das Argument, mehrere Familien erhalten durch diesen Stall Auskommen und Perspektive, halte ich für zu kurz gedacht. Dagegen stehen hohe Verschuldung und Abhängigkeit von Energie- und Milchkonzernen. Die Zukunft dieser Familien bereitet mir Sorgen.

Da vor Ort schon eine Biogasanlage betrieben wird, liegt die Vermutung nahe, dass es prioritär um die massenhafte Erzeugung von Biomasse für diese Anlage geht. Beim derzeitigen, nicht einmal kostendeckenden Milchpreis, ist die Erzeugung von Milch weder marktgerecht, noch anderweitig sinnvoll, außer als Koppelprodukt bei der „Erzeugung“ von Gülle. Vermutlich sind dabei kräftige Subventionen abzugreifen! Durch BOA – Bonus-optimierte-Anlage bei Kraft-Wärme-Kopplung!

Vielleicht denken Sie auch mal daran: Tiere haben auch eine Würde, und das was Sie vorhaben ist würdelos. Es geht nur ums Geld!

Als Arzt bin ich besonders besorgt, da in den vorhandenen Großställen etwa in Niedersachsen massenhaft Antibiotika ( zum Teil zweifelhafter Herkunft) eingesetzt werden. Das führt zur Verunreinigung des Wassers mit Antibiotika, zur Ausbreitung von multiresistenten Keimen in Bevölkerung und Krankenhäusern und damit zur Gefährdung von Mitarbeitern des Stalles und der Allgemeinbevölkerung. Dies sollte nicht aus rein wirtschaftlichen Gründen in Kauf genommen werden.

Was geschieht bei einem Seuchenausbruch?

Die Achtung für die Schöpfung wird hier nicht erfüllt. In anderen Kulturen war oder ist die Kuh göttlich und heilig. Wir wähnen uns kulturell weiterentwickelt, aber es lässt sich auch mit der hier verwurzelten christlichen Kultur keineswegs vereinbaren, heranwachsende Jungkühe zu schwängern, Mutterkühe von ihren Kälbern zu trennen, den größten Teil der Kälber und die Kühe in noch jugendlichem Alter zu schlachten. Auch die Hochzüchtung der Kuh zum bloßen Bioreaktor mit Zwangsablaufzeit, hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun und ist auch aus ethischen Gründen abzulehnen.

 

 

 



Sie möchten gern Kontakt mit uns aufnehmen?

BUND-Geschäftsstelle
Rossmarktgasse 4

88630 Pfullendorf

Tel. 07552/91091

Öffnungszeiten:
Montag      8-17 Uhr
Dienstag    8-17 Uhr

 

 

Ihre Spende hilft.

Suche